Eindecken im Herbst und Winter: Welche Decke bei welchem Wetter?
Ob ein Pferd eine Decke braucht und welche, entscheidet nicht der Kalender, sondern das Wetter – und das Pferd selbst. Die Grammzahl auf einer Outdoordecke beschreibt die Füllung, nicht die Jahreszeit. Dieser Ratgeber ordnet ein, welche Füllung zu welcher Temperatur passt, worin sich die Außenmaterialien unterscheiden und wie Sie die richtige Größe messen.
Braucht Ihr Pferd überhaupt eine Decke?
Die ehrliche Antwort: nicht jedes. Wie warm ein Pferd eingedeckt werden sollte, hängt von mehreren Dingen ab, die Bucas selbst unter jede Temperaturtabelle schreibt: ob das Pferd geschoren ist oder nicht, Sonne, Luftfeuchtigkeit, Wind und wie viel es sich bewegt. Ein geschorenes Pferd hat seinen eigenen Wärmeschutz verloren und braucht die Decke. Bei einem ungeschorenen Pferd mit dichtem Winterfell lohnt es sich, genau hinzuschauen, bevor Sie zur dicken Decke greifen.
Der einfachste Test: Fühlen Sie mit der flachen Hand unter der Decke an der Schulter. Ist das Fell dort feucht oder warm-klamm, ist die Decke zu dick. Ist es kühl, kann eine Stufe mehr sinnvoll sein.
Welche Füllung bei welcher Temperatur?
Bucas gibt für seine Outdoordecken einen empfohlenen Temperaturbereich an. Die Werte gelten als Orientierung, nicht als Grenze – die oben genannten Faktoren verschieben sie in beide Richtungen.
| Decke | Füllung | Empfohlener Bereich laut Bucas |
|---|---|---|
| Irish Turnout 0 g | keine | 8 bis 14 °C |
| Freedom Turnout Light | keine | 8 bis 14 °C |
| Irish Turnout 50 g | 50 g | 5 bis 12 °C |
| Irish Turnout 100 g | 100 g | −1 bis 11 °C |
| Irish Turnout 150 g | 150 g | −5 bis 10 °C |
| Freedom Turnout 150 g | 150 g | −5 bis 10 °C |
| Irish Turnout 250 g | 250 g | −7 bis 10 °C |
| Irish Turnout 300 g | 300 g | −10 bis 8 °C |
| Freedom Turnout 300 g | 300 g | −10 bis 8 °C |
Zwei Dinge fallen auf. Erstens überlappen sich die Bereiche stark – zwischen 5 und 10 °C passen fast alle Stufen, je nachdem, ob das Pferd geschoren ist und ob es regnet. Zweitens liegt die Obergrenze selbst bei 300 g noch bei 8 °C. An einem milden, sonnigen Novembertag ist die dicke Winterdecke also schnell zu viel.
Für die Atlantic-Reihe veröffentlicht Bucas keine eigene Tabelle. Orientieren Sie sich dort an der Füllmenge und sprechen Sie uns im Zweifel an.
Die Stufen in der Praxis
Ohne Füllung: die Regendecke
Die Irish Turnout 0 g, die Freedom Light und die Atlantic Exclusive Light halten Wind und Nässe ab, wärmen aber nicht. Sie sind für den Herbst gedacht, wenn es nass, aber noch nicht kalt ist – und für Pferde, die vor allem trocken bleiben sollen.
50 bis 100 g: die Übergangszeit
Wenn die Regendecke nachts nicht mehr reicht, die Winterdecke tagsüber aber zu viel wäre. Die Irish Turnout 50 g, die Atlantic Turnout 50 g und die Irish Turnout 100 g decken den breitesten Bereich ab – für viele Pferde ist eine davon die Decke, die sie von Oktober bis März am häufigsten tragen.
150 bis 250 g: der Winter
Die mittleren Winterdecken, etwa die Irish Turnout 150 g, die Freedom Turnout 150 g oder die Atlantic Exclusive Medium 200 g, sind für Frost und geschorene Pferde gedacht.
300 g: richtig kalt
Die Irish Turnout 300 g und die Freedom Turnout 300 g sind die wärmsten Stufen. Sinnvoll vor allem für geschorene Pferde bei Dauerfrost.
600D, 1200D, 1680D – was das Außenmaterial bedeutet
Die Denier-Zahl beschreibt, wie stark das Garn des Obermaterials ist. Je höher, desto robuster – und desto schwerer.
- Freedom (600D Ripstop): leicht, schmal geschnitten, ohne Schulterabnäher. Gut für schmal gebaute Pferde, die ihre Decke nicht strapazieren.
- Irish (1200D Ripstop): der Mittelweg, mit Schulterabnähern, T-Bar-Verschluss und Befestigungspunkten für ein Halsteil.
- Atlantic (1680D Ballistic Nylon): das dickste Obermaterial der drei Reihen, mit magnetischem Click'n Go Snap-lock. Lohnt sich vor allem bei Pferden, die in der Gruppe stehen und ihre Decken sonst schnell zerreißen.
Alle drei Reihen sind wasserdicht (Wassersäule über 5.000 mm) und atmungsaktiv. Ehrlich: Eine robustere Decke ist nicht automatisch die bessere. Wer ein ruhiges Pferd allein auf dem Paddock hat, zahlt bei der Atlantic für Reserven, die er nicht braucht.
Wann ein Halsteil sinnvoll ist
Ein Halsteil schützt den Hals vor Regen und Wind und hält bei geschorenen Pferden die Wärme dort, wo die Decke endet. Es wird an der Decke befestigt und muss zur Reihe passen: Das Irish-Halsteil passt zur Irish, das Atlantic-Halsteil zur Atlantic. Für kalte Tage gibt es beide auch mit 300 g Füllung, etwa das Irish-Halsteil 300 g. Die Größe richtet sich nach der Deckengröße.
Im Stall: Stalldecke und Unterdecke
Eine Stalldecke ist nicht für den Regen gemacht. Die Bucas Quilt mit 150 oder 300 g lässt sich allein in der Box tragen oder als Unterdecke unter einer Turnout – praktisch, wenn Sie an sehr kalten Tagen eine Stufe zulegen wollen, ohne eine weitere Outdoordecke zu kaufen. Die Cosy Stable hat ein Futter aus Kunstfell. Und wer Cavalleria Toscana bevorzugt: die Stalldecke Quilted mit 250 g.
Nach der Arbeit: die Abschwitzdecke
Ein verschwitztes Pferd gehört nicht unter die Outdoordecke. Eine Abschwitzdecke nimmt die Feuchtigkeit aus dem Fell auf und gibt sie nach außen ab. Bei uns finden Sie dafür die Abschwitzdecke Fleece von Cavalleria Toscana in Navy, Schwarz, Flieder und Puder, die Waffelpiqué-Variante, die Abschwitzdecke aus Baumwollmix und den Bucas Competition Cooler mit Fleece oben und Mesh unten. Ehrlich: Keine davon ist eine Stalldecke. Sie halten nur die Wärme, die das Pferd selbst produziert.
Die richtige Größe messen
Bei Bucas ist die Deckengröße nicht die Rückenlänge. Gemessen wird von der Mitte der Brust über die Schulter bis zum hintersten Punkt der Hinterhand, in gerader Linie. Das Ergebnis in Zentimetern ist die Deckengröße. Liegt Ihr Pferd zwischen zwei Größen, empfiehlt Bucas meist die größere.
Andere Hersteller messen anders. Cavalleria Toscana zum Beispiel gibt die Rückenlänge vom Widerrist bis zum Schweifansatz an. Eine 145er Decke der einen Marke ist deshalb nicht automatisch eine 145er der anderen – im Zweifel messen Sie neu.
Eine zu kurze Decke rutscht nach hinten, eine zu lange scheuert an der Schulter.
Pflege: damit die Decke dicht bleibt
Bucas-Decken dürfen von Hand oder in der Maschine bei höchstens 30 °C gewaschen werden – und zwar nur mit dem Bucas Rug Wash, sonst entfällt die Garantie. Kein Weichspüler, keine anderen Waschmittel, nicht schleudern, nicht in den Trockner. Trocknen Sie die Decke liegend oder hängend bei Raumtemperatur. Wer Pflege für das Pferd selbst sucht, findet mehr dazu in unserem Beitrag Die nasse Jahreszeit.
Kurz zusammengefasst
- Nass, aber mild: Regendecke ohne Füllung.
- Übergangszeit: 50 bis 100 g.
- Frost oder geschorenes Pferd: 150 bis 250 g.
- Dauerfrost und geschoren: 300 g, eventuell mit Halsteil.
- Nach der Arbeit: erst abschwitzen, dann eindecken.
- Regelmäßig mit der Hand unter der Decke prüfen, ob das Pferd schwitzt.
Alle Decken finden Sie in unserer Kategorie Pferdedecken, das Bucas-Sortiment gesammelt unter Bucas. Wenn Sie unsicher sind, welche Stufe oder Größe passt: Kommen Sie mit den Maßen Ihres Pferdes in unser Geschäft in Rostock oder schreiben Sie uns.